Die Kamera
Nach langer Zeit ohne SLR, habe ich nun mit der EOS 750D endlich wieder eine Spiegelreflexkamera, um meinem Hobby zu fröhnen.
Wenn ich mir die Fotos von der kleinen Fujifilm FinePix A850 ansah, hatte ich immer öfter das Gefühl, mit den Fotos gar nicht mehr zufrieden zu sein. Kein Wunder bei den technischen Voraussetzungen, an die ich mich im Laufe der Zeit schon gewöhnt hatte.

Und das musste mal ein Ende haben. Also beschloss ich, für den Anfang ein paar Abstriche in Sachen Qualität zu machen, trotzdem mit einer modernen Spiegelreflex arbeiten zu können und das Equipment Stück für Stück aufzustocken.
Angefangen mit den Linsen.

Natürlich habe ich im Vorfeld viel verglichen und die verfügbaren Kameras auch gegen mein aktuelles Budget abgewogen.
Eine Option wäre gewesen, weiter zu sparen und dann gleich mit einem Modell der Serien XX* oder X einzusteigen.
Da allerdings zur Kamera auch eine Grundauswahl an Linsen gehört, wenn man Spaß und Flexibilität kombinieren möchte,
war schnell klar, dass damit noch mal eine deutliche Wartezeit verbunden gewesen wäre. Mehr dazu unter "Objektive"


Was nun gerade für die 750er den Ausschlag gab:
Eine Canon sollte es sowieso wieder sein. Mit meiner AE-1 Program war ich ja sehr zufrieden, auch wegen ihrer Robustheit.

Die 750D war seit zwei Jahren auf dem Markt. Kinderkrankheiten wie der Sensorfehler der weißen Punkte sind auskuriert (dachte ich). In den Kritiken machte sie durchweg eine gute Figur, was sicher zu großen Teilen auf ihre Ausstattung zurückzuführen sein dürfte. Und sie war für mich preislich ohne langen Anlauf mit 2 Kit-Objektiven zu haben.

Unter den APS-C Kameras der Einsteigerklasse XXX hat die EOS 750D als eine von wenigen einen 24 Megapixel Sensor.
Hier stellt sie sich mit der 80D auf Augenhöhe.
Der Hauptunterschied zur "großen Schwester" ist der Sucher, der bei der 750er mit 19 Messfeldern aufwartet (die 80D hat 45).
Sie verfügt außerdem über einen dreh- und klappbaren Touch Screen.

Über das Display


Quelle:   Eigene Aufnahme

lassen sich wahlweise alle Parameter anzeigen und einstellen
- M = manueller Modus
- 3''2 = Belichtungszeit
- F00 = Blendenwert (auf 00 weil kein Objektiv montiert)
- ISO
- Belichtungsanzeige
- Farbmodus (hier standard)
- Weißabgleich (hier Kunstlicht)
- Rauschreduzierung (hier off wegen manuellem Modus)
- MF = manueller Fokus
- Art der Fokuswahl
- Art der Belichtungsmessung
- Art der Auslösung (hier Einzelbild - opt. Serien, Selbstauslöser)
- Eingestelltes Format und Qualität der Aufnahmen
- Batterieanzeige
- noch mögliche Fotos auf dem eingelegten Speichermedium
- Q aktiviert den Modus zum Verändern der hier angezeigten Einstellungen per touch.

Schaltet man die Kamera in den Live View Modus, erscheinen die Einstelloptionen vor dem Sucherbild, dass jetzt auf dem Display
angezeigt wird. Der Blick durch den Sucher ist nun wegen dem hochgeklappten Spiegel nicht möglich.

Bei deaktiviertem Autofokus am Objektiv, erscheint im Display unten rechts eine Lupe zum fokussieren und ein verschiebbarer Rahmen zum auswählen des Schärfepunktes. In dem Feld unter der Zahl für den Zoomfaktor wird der Bildbereich angezeigt, auf dem die Schärfe sitzt.
Die Lupe arbeitet in 3 Stufen: 1x, 5x und 10x, ein weiterer Tipp auf die Lupe verlässt das Lupenmenü wieder.
Ausgelöst wird mit einem Tipp auf das Display.






Zusätzlich kann man auch im Live View Modus das Hologramm aufrufen um sicher zu sein, dass es keine ausgebrannten oder abgesoffenen Stellen im Bild gibt, die nicht gewollt sind.
Über das "Q" kann man für längere Belichtungszeiten hier z B. die Auslöseverzögerung auf 2 Sekunden setzen, um Verwackler zu vermeiden.



Auch Features wie Vorbearbeiten oder Bewerten gehören zum Menü.
Zudem ist es gerade bei Nachtaufnahmen ein großer Vorteil, dass das Display entsprechend der Einstellungen eine Vorschau der zu erwartenden Belichtung zeigt (ähnl. analoger Kamera = Offenblendmessung bei ausreichendem Licht).
Mit dieser Möglichkeit lassen sich gezielt Aufnahmen mit stimmungsvollen Belichtungssituationen machen.

Es bleibt der typische Haken so kleiner Displays. Aufgenommene Fotos kann man sich direkt ansehen, bearbeiten oder löschen. Aussagen zur Schärfe lassen sich in der Größe jedoch nicht sicher treffen, da mit der Lupenfunktion immer nur ein Ausschnitt sichtbar ist. Jedes Bild komplett mit der Lupe abzufahren, ist aber bei 24 MP nicht ganz realistisch und wird bei einem Blick auf die 10x Lupenfunktion (ein Bild weiter oben) sehr deutlich.
Da ist es schon sinniger, die Kamera via W-LAN mit einem Tablet zu verbinden und die Fotos darüber zu sichten und ggf. erneut aufzunehmen, um nicht erst zu Hause eine traurige Überraschung zu erleben.

Die "kleine" Canon verfügt über eine Vielzahl von Einstellmodi. Von der Vollautomatik über wahlweise Vorwahl von Blende oder Verschlusszeit bis zur vollständig manuellen Einstellung. Hinzu kommen Programme mit Voreinstellungen für Portraits, Landschaftsaufnahmen u. ä.. Hier sei besonders der Miniatureffekt genannt, mit dem sich erstaunliche Wirkungen erzielen lassen. Inflationär sollte man damit aber nicht arbeiten.
Hinzu kommen "Creativ Programme" mit Möglichkeiten für gestaltete Aufnahmen und, wie oben schon erwähnt, zu ersten Nachbearbeitungen mit Effekten.


Von der analogen zur digitalen Spiegelreflex zu wechseln, ist wahrlich ein Quantensprung.
Natürlich hatte die AE-1 Program



ihrem Namen entsprechend auch eine Programmfunktion, die Vorwahl für Blende oder Verschlusszeit, bzw. der gänzlich manuellen Bedienung. Belichtungen mit mehr als zwei Sekunden wurden mit einem Drahtauslöser und einer (Stop)Uhr aufgenommen.
Die Filmempfindlichkeiten reichten bei den üblich erhältlichen 35mm Kleinbildfilmen (Diaformat) von 25 bis 1000 ISO.
Die Belichtungsmessung gab es zwar damals schon lange, jedoch keinen Autofokus. Da war noch mehr Handarbeit gefragt.

Auch wenn eine Speicherkarte irgendwann einmal voll ist, ein Film für 36 Aufnahmen erforderte auch eine Materialsparende Arbeitsweise. Das in Verbindung damit, dass es keine Möglichkeit gab, nach der Aufnahme eine Kontrolle vorzunehmen, um für weitere Fotos gezielte Änderungen einzustellen, war Fotografieren durch das Material ein kostspieliges Hobby.
Heute entscheidet man am Rechner was gedruckt wird und erst dann Geld kostet.
Allein die Anzahl möglicher Fotos ist da mit 64GB Speicherkarten schon gewaltig. Mit Ersatzakkus im Gepäck kann man da in Ruhe experimentieren und es kostet nicht jedes aufgenommene Foto auch Geld. Nur das Aussortieren kostet dann Zeit.
Und 64GB Speicher unterstützt die 750er auf jeden Fall.

Hier sollte man beim Kauf auf eine möglichst flotte Schreibgeschwindigkeit der SD Karte achten.

Je mehr Informationen geschrieben werden müssen, desto länger dauert es. Ist die Karte langsam, sinkt die maximal mögliche Anzahl von Fotos im Serienmodus, die bei der 750er mit 6,5 Bilder / Sekunde angegeben wird.
Setzt man Bildgröße und Qualität in der Kamera auf Maximum und speichert dazu in den Formaten .jpg (für die Vorschauen) und RAW als bestmöglicher Grundlage für die Bildbearbeitung, stößt man da schnell an Grenzen. Und je nach Einsatzzweck sind schnelle Serienfotos unabdingbar.
Hier hat natürlich das gesamte Angebot an DSLR die Nase gleich weit vorn - das können alle. Es kommt halt auf die Karte an.

Aber es sind auch Welten die sich da an Möglichkeiten auftun, wenn man eine digitale gegen eine analoge Kamera hält.
Nicht nur die Speicher.
Die Entscheidung ob Farbe oder monochrome ist heute keine mehr. Heute kann ich von einem Bild zum nächsten immer wieder neu entscheiden, oder ich entsättige das betreffende Foto am Rechner.

Welche Empfindlichkeit gewünscht wird, stelle ich an einer Digitalen ebenfalls von Bild zu Bild so ein, wie ich es brauche.
Früher hieß das bei nur einem Body den Film wechseln zu müssen.

Bei einem Filmwechsel spulte man den Film bis kurz vor Ende zurück, notierte die Bildnummer auf der Patrone und legte einen anderen Film ein!
Beim erneuten Tausch des Films hieß es dann besonders aufzupassen, wollte man den Film nicht doppelt belichten oder durch Lichteinfall vernichten.

Damals hatten die Objektive Blendenringe, mit denen die Blende manuell eingestellt werden konnte. Für die automatische Blendensteuerung war eine mechanische Verbindung in den Body vorhanden. Das konnte die AE-1 schon.
Die Elektronik war damals aber noch nicht so weit, dass man über ein Display hätte Einstellungen an der Blende ändern können, die heute kleine Motoren ausführen. Den Fokus musste man an der AE-1 von Hand einstellen, auch wenn die Kamera Blende und Belichtungszeit automatisch regelte.
Das Display im Sucher hatte nur informativen Charakter. Angezeigte Probleme musste man durch manuelle Änderungen lösen, Beispiel Über- oder Unterbelichtung oder Verwacklungsgefahr.

Das alles ist Geschichte. Heute tippe ich auf dem Display der Kamera herum.


Das Preis-Leistungs-Angebot der EOS 750D mit zwei Objektiven (EF 50mm f/1:1,8 STM und EF-s 18-55mm 1:3,5 - 5,6 STM) hatte mich gepackt. Im nachhinein stellte ich leider fest, dass ich trotzdem günstiger gefahren wäre, hätte ich mir Body und Objektive einzeln geholt! Hier sollte man auf jeden Fall gegenprüfen um evtl. 50 bis 100 Euro zu sparen.

Insgesamt habe ich für diese neue Erstausrüstung etwa 1000,-- bezahlt. Dabei sind auch ein neuer Blitz, ein Stativ sowie Filter und Gegenlichtblenden, Speicherkarten und Zubehörakkus schon mit eingerechnet.
Und dafür bekommt man mit der 750er auf jeden Fall eine tolle und technisch aktuell ausgestattete Kamera mit den wichtigsten Brennweiten. Ergänzt habe ich den Einkauf gleich mit einem EF-s Tele Zoom 55-250mm 1:4,0-5,6 IS II.

Natürlich gibt es für das Geld keine L Objektive dazu (mit dem schönen roten Ring).
Was man hier und da merkt, mitunter deutlicher als einem lieb ist. Nicht nur wegen dem L-typischen Staub- und Spritzwasserschutz. Allein der Vergleich zwischen den EF-s Zoom Objektiven und dem EF 85 1,8 USM zeigt den Qualitätsunterschied der Linsen. Die EF-s Objektive sind eben für Einsteiger gedacht.

Randschärfe und Klarheit sind hier nicht so ausgeprägt wie bei den teuren EF L Objektiven.
Doch es gibt auch noch die Mittelklasse, die USM Objektive...


Die Objektive
Sie sind der Grund für den Kauf einer APS-C Kamera gewesen.
Die EF-s Objektive sind klare Einsteigergeräte. Im Preis liegen sie um einiges unter dem Schnitt der EF Objektive, besonders der L-Ausführungen von Canon.
Wer also mit einer gebrauchten Vollformatkamera anfängt, wird für Kamera und 2 Objektive schon bei wenigstens 1500,-- liegen, wenn es kein ganz aktuelles Modell sein soll. Für meine geplante EOS 6D Mark II würde ich aktuell wenigstens 2700,-- schätzen.

Die EF-s Objektive sind ausschließlich für APS-C Kameras entwickelt und passen nicht auf die Vollformatmodelle.
Andersherum lässt sich jedoch jedes EF Objektiv auf der 750D und auch auf allen anderen APS-C-Modellen der Serien XX, XXX, und XXXX einsetzen. Somit stehen mit den EF-Modellen im APS-C Bereich wesentlich mehr Objektive zur Auswahl, als es umgekehrt bei den Vollformatkameras der Fall ist, auf die keine EF-s Augen passen.

So kann man mit einer APS-C anfangen, Objektive dazu kaufen und mit genügend EF Objektiven dann auf eine Vollformatige wechseln, während das Vollformat gleich mehr Kosten für Objektive bedeutet. Zusätzlich zu den Kosten der Kamera.

Viele der EF-s Objektive sind sehr leicht. Da liegt an einer geringeren Anzahl Linsen und auch daran, dass Canon hier u. a. die Bajonette aus Kunststoff gefertigt hat.
Mit den STM Motoren lässt es sich bei genügend Licht auf jeden Fall gut fotografieren. Die Kritiken bzgl. der Lautstärke bei Videoaufnahmen muss ich allerdings bestätigen. Ich denke, dass die Steuergeräusche der kleinen Motoren bei Filmaufnahmen einem guten Mikrofon nicht entgehen.


Wie dem auch sei. Für das Kit mit 2 Objektiven hatte ich mich wegen dem
EF 50mm f/1:1,8 STM entschieden.
Die Grundregeln der Fotografie haben sich ja durch die Digitaltechnik nicht geändert, nur der Raum an Möglichkeiten ist dadurch immens gewachsen.
So war ich natürlich für das preiswerte, kleine lichtstarke 50mm Objektiv sofort Feuer und Flamme.
Neben dem Standard Zoom, dem
EF-s 18-55mm 1:3,5 - 5,6 STM ist die Festbrennweite auch für Portraits mit Freistellung zu gebrauchen, weil es mit seiner Blende 1,8 schöne Hintergrundunschärfen ermöglicht. Bei weniger guten Lichtverhältnissen macht die offene Blende weiter eine gute Figur wo das kleine Zoom beim Fokussieren aussteigt. Auch wenn es nur ein STM-Objektiv, und damit ebenfalls Technik aus der Einsteigerklasse von Canon ist.

Insgesamt mache ich allerdings tatsächlich die meisten Fotos mit dem kleinen Zoom. Es ist einfach sehr praktisch und liefert für den Preis gute Arbeit. Mit Lauffaulheit hat das auch nichts zu tun, im Gegenteil. Oft zieht es mich gerade in den Weitwinkelbereich, der mit 18mm eine übliche Grenze aufweist. Allerdings ist das Objektiv mit f/3,5 bei 18mm nicht gerade lichtstark. Im Nahbereich der offiziell mit 25cm angegeben wird, macht es sich aber ebenfalls ganz ordentlich.
Der Knackpunkt ist der Autofokus. Wird es schattiger, hat die 750D mit dem EF-s 18-55mm echte Probleme, noch einen Fokustreffer zu landen. Viele Aufnahmen mit Autofokus in Schattenbereichen musste ich löschen, weil sie eine grottig schlecht sitzende Schärfe hatten.


Aus Kostengründen nahm ich bei der Bestellung auch noch das Teleobjektiv dazu, um meinen Spielraum durch mehr Brennweite zu erweitern. Das
EF-s 55-250mm 1:4,0-5,6 IS II lag bei etwa 150,-- Euro. Und da durch weiteres Zubehör noch mehr Kosten dazu kamen, kam es durch seinen kleinen Preis zu den beiden anderen. Für den Anfang.

Z.B. bei Aufnahmen vom Mond zeigt das Tele seine Schwäche bei der Scharfstellung. Bei ausgiebigen Vergleichen mit verschiedenen Blenden, Verschlusszeiten und ISO Einstellungen ist es mir kaum gelungen wirklich scharfe Fotos vom Vollmond vor klarem Nachthimmel damit zu machen.
Das Problem entsteht hier durch den beweglichen Teil des Objektivs, der leider nicht komplett ruht, sondern immer etwas "zittert".
Das habe ich zu Hause festgestellt, als ich das Objektiv am Stativ bei voller Brennweite nutzen wollte.
Im LiveView bewegte sich das Bild im Display deutlich auf der vertikalen Achse, ohne das es Berührungen oder Erschütterungen gegeben hätte! Das ist kein Zeichen für ein tolles Objektiv, aber was will man bei dem Preis erwarten? Für kurze Verschlusszeiten bei bestem Licht geht es aber. Bei ausreichendem Licht bei Tage, liefert es brauchbare Ergebnisse.
So habe ich z. B. meine Taube mit dem
EF-s 55-250mm bei besten Lichtverhältnissen mit 250mm aufgenommen.


Dann steigerte sich mein Bedarf an mehr Weitwinkel. Auch mit 18mm war ich oft noch zu nah dran.
Wo kein Platz mehr ist um sich vom Motiv zu entfernen, da hilft der kleine Schritt von 18mm zu 10mm Brennweite.
Hier bietet Canon ein EF-s für kleines Geld. Das
EF-s 10-18mm 1:4.5 - 5.6 IS STM war mit etwas über 220,-- Euro eine wirklich gute Investition.

Nimmt man das 18 - 55 Kitobjektiv bei 18mm vor das Auge und wechselt dann auf das 10 - 18 bei 10mm, dann ist klar was das Objektiv bei seinem Preis zu einem echten Schnäppchen macht.
Der Unterschied zwischen beiden Enden ist schlicht erstaunlich. Man kann sehr nahe an seine Motive herangehen und hat sie noch immer voll im Bild, wo das 18 - 55 schon lange abschneidet. Natürlich sind bei hohen Objekten auf kurze Distanz die stürzenden Linien gewaltig. Bei Landschaftsaufnahmen eröffnet sich dafür eine schöne Tiefe (Album Wolgast, Panoramafotos v. Kirchturm).

Das EF-s 10-18mm 1:4.5 - 5.6 IS STM zeichnet recht anständig und ist leicht wie alle seiner Art.
Einziges wirkliches Manko ist der Blendenbereich, der für eine so kurze Brennweite mit 67mm Durchmesser mit f/1:4.5 - 5.6
recht dunkel ausfällt. Was bei Landschaftsaufnahmen natürlich weniger tragisch ist.

Damit war das Kit bereits zum zweiten Mal aufgestockt.


Bleiben wir beim Weitwinkelbereich. Ebenfalls für kleines Geld, bietet Canon mit dem
EF-s 24mm 2,8 STM eine lichtstarke Festbrennweite im Pancake-Format. Super flach und extrem leicht, ist es ein prima "immer drauf". Auch weil es von der Kamera flott scharf gestellt ist und damit für Schnappschüsse taugt. Dann hat es eine Naheinstellgrenze von gerade 16cm.
Eine Löwenzahnblüte bekommt man formatfüllend ins Bild und kann immer noch Scharfstellen. Prima Sache!


"Unten rum" und in der Mitte war ich jetzt bei den lichtstarken FB gut ausgerüstet. Da fiel mir das
EF 85mm 1,8 USM ins Auge.
Kurz gerechnet: mit Cropfaktor geben die 85mm einen Bildausschnitt wie eine Brennweite von 136. Also wirkt das Objektiv an der 750er ein kleines Tele. Und es wäre der erste Step hin zu Objektiven, die ich auch mit der 6D Mark II werde nutzen können.
Also habe ich mir die Kritiken dazu angesehen. Die waren durchweg prima.

Bei Offenblende (die man ja real nicht nutzen sollte wegen der Lichtbeugung bei ganz offenen wie ganz geschlossenen Blenden) bildet es bei Gegenlicht schnell Säume. Mit f 3,5 kann man wunderschön freigestellte Portraits damit machen. Die Linse zeichnet sauber und der USM-Motor ist nicht nur leise, sondern zackig unterwegs. In Sachen Geschwindigkeit beim Scharfstellen ist es wirklich schnell.
Und im Gegensatz zu den EF-s Objektiven, hat man mit dem 85er EF auch etwas in der Hand, dass sich vom Gewicht nicht anfühlt wie eine leere Getränkedose.


Als jüngstes Mitglied in meiner "Canon Familie", habe ich mir für die IR-Fotografie ein gebrauchtes
EF 28-105mm 1:3,5-4,5 II USM gekauft. Das Objektiv ist schon ein paar Jahre älter, macht aber seinen Job anständig wie ich es erwartet habe. Einzig der Zoomring dreht nicht gegen gleichmäßigen Widerstand, es gibt einen schwergängigen Bereich.
Zur Infrarot Fotografie komme ich an anderer Stelle noch (Link).
Nur so viel: Für eine fest umgebaute EOS 1300D vom astro-shop.de hatte ich noch speziellen Bedarf an einem Objektiv.
An der umgebauten Kamera werden Clipfilter für IR-Wellenlängen in die Kamera eingesetzt. Hinter dem Objektiv, also so, dass man den Spiegel / Sensor nicht mehr sehen kann. Dadurch fallen die EF-s Objektive an der umgebauten Kamera weg.
Meine einzigen EF Objektive sind ein 50er und ein 85er. Mit zwei Festbrennweiten wollte ich aber nicht mit der Infrarot Fotografie anfangen. Also musste noch ein preiswertes Zoom her.
Das gebrauchte Zoom musste ich zwar noch öffnen und größere Staubeinschlüsse entfernen, aber es tut seinen Job.
Die bisherigen IR-Fotos habe ich trotz der kurzen Belichtungszeiten (dank Umbau) alle mit Stativ aufgenommen und am LiveView scharf gestellt. In Sachen Schärfe gibt es nichts zu meckern.


APS - C
Beim Kauf von EF Objektiven (bei Canon, Nikon = FX) für den Betrieb an APS-C Kameras sollte man immer bedenken, dass sich durch das kleinere Format des Sensor gegenüber dem Vollformat der sog. Crop Faktor einstellt.
Die EF-s Objektive meine ich, sind hier bereits heruntergerechnet da sie ja einen kleineren, auf APS-C ausgerichteten Lichtkreis haben.      

Dadurch das der Bildausschnitt auf einem APS-C Sensor kleiner ist, als es beim Vollformat der Fall ist, stellt sich bei der Abbildung ein Effekt ein, der die Wirkung eines heran-zoomen hat.
Natürlich ändert sich dadurch nichts, was man nicht sofort am Bildausschnitt im Sucher, bzw. auf dem Display sehen und erst später am Ergebnis als verfälscht bemerken würde wie z. B. Bildabschnitte.

Der Effekt wirkt sich nicht auf die tatsächliche, sondern auf die effektive Brennweite aus.
Ein 50mm Objektiv hat eine Brennweite von 50mm, dass lässt sich nicht ändern.
Doch durch den entstandenen Effekt wird aus den 50mm Brennweite, im Verhältnis eine Abbildung von 80mm Brennweite.
Das Bild wird auf den kleineren APS-C Sensoren nur in einem kleineren Ausschnitt dargestellt, als es bei einem Vollformatsensor der Fall wäre. Das Verhältnis der Differenz zwischen beiden Formaten ist der Crop Faktor. Bei der EOS 750D liegt er bei 1,6. Somit multipliziert sich jede Brennweite mit dem Crop Faktor auf die effektive Brennweite.
Also ist z.B. ein 50mm in seiner optischen Wirkung nur auf einer Kamera mit Vollformat Sensor wirklich ein 50er!


Hier ist das anhand einiger Grafiken sehr schön dargestellt: Cropfaktor (Formatfaktor, Brennweitenverlängerung)

Mein Fazit
Insgesamt würde ich sagen, dass ich meine EOS 750D mag und gerne mit ihr arbeite. Sie ist sehr handlich und ordentlich verarbeitet. Weniger toll ist die Staubanfälligkeit der Mattscheibe. Trotz der Behandlung wie bei einem rohen Ei, dauerte es nicht lange bis sich Staub auf der Mattscheibe abgesetzt hatte (oben drauf, wo man nicht heran kommt). Winzige Fusseln sehen dann im Sucher aus wie kleine Äste und stören folglich den Blick beim Fokussieren.
Und das selbst bei vorsichtigem und flotten Objektivwechsel, mit nach unten gehaltener Kamera.

Die Kamera bietet viele verschiedene Möglichkeiten und wer mit qualitativ hochwertigen Objektiven seine Möglichkeiten erweitern möchte, kann das mit diesem Modell auf jeden Fall tun.
Im Hinblick auf den Kauf einer EOS 6D Mark II werde ich künftig aber nur noch EF Objektive dazu kaufen und die vorerst noch an der 750er und der 80er einzusetzen.

Kommen wir zu den unschönen Erkenntnissen.

Relativ schnell stellte ich eine Unart fest. Im Modus M sollte der Benutzer derjenige sein, der Blende, ISO und Verschlusszeit einstellt, so wie alles andere auch.
Doch ist es mir einige Male passiert, dass mein 750D plötzlich die Blende änderte obwohl sie das nicht von allein hätte tun dürfen.

Auch der Autofokus ist ein Thema. Wie beschrieben, hat Canon hier meiner Meinung nach noch etwas zu tun.
Fehlt etwas Licht, ist es ein Stück weit Glückssache ob ein Foto scharf wird oder nicht.

Teilweise schon in der Ansicht unbearbeiteter RAW-Dateien, wurden horizontale, parallel über das Bild laufende Streifenpaare sichtbar.
Je nach Einstellung in der Nachbearbeitung, werden diese Streifen noch deutlicher. Im Extremfall entstellen diese Streifen ein Foto, wie auf diesem Beispiel: https://www.cloudynights.com/uploads/gallery/album_5738/gallery_256079_5738_2878263.jpg.
Oder diesem aus meinen eigenen Ergebnissen: http://foto-scholer.de/Album_Impressionen_Impressions/IMG_2997-3.jpg
Nach einigem hin und her mit amazon und Canon, schickte ich meine 750D zur Garantiereparatur an Canon.

Zurück erhielt ich eine Kamera, die nicht nur keine Streifen mehr zeichnet, sondern auch technisch aufgewertet wurde.
Der Autofokus hat klar an Treffsicherheit gewonnen und die Sucherqualität erscheint mir, wie die der 80D.
Obwohl die Kamera noch immer 19 Messpunkte hat.
Hier hat sich Canon ein fettes Lob verdient! Inklusive Versand habe ich meine 750 nur knapp zwei Wochen aus der Hand geben müssen, bis sie repariert zurück war. Das ist mal flott.
Und sie macht jetzt auf jeden Fall noch mehr Spaß.


Ein Ausblick
Da ich ohnehin mehr wollte als nur eine APS-C (also erst mal eine Zweite, um die Häufigkeit der Objektivwechsel gering zu halten) kaufte ich mir gleich eine 80D, um während der Dauer der Reparatur nicht ohne Kamera dazustehen.
Die 6D Mark II steht aber weiter auf dem Zettel, doch dazu an anderer Stelle mehr.
Erst einmal gehen lichtstärkere Objektive mit Festbrennweiten und höherer Abbildungsqualität vor, bzw. ein lichtstarkes FB-Tele plus Konverter und ein Lupenobjektiv.

Das Zubehör
Über alles kann man sich streiten, wer die besseren Kameras macht, welche die Besten sind und und und.
Alles Ansichtssache. Solang man nicht grundsätzlich alles schlecht findet was andere haben, weil sie nicht haben was man selber hat.
Was für mich unter sinnvolles Zubehör fällt:
- Die Mindestausstattung an Filtern: UV (Objektivschutz), Pol-Filter, Graufilter ND 2 bis ND 8 und höher.
- Zusätzliche Speicherkarte: Man kann immer mal ne Karte am Rechner vergessen, da ist es praktisch eine Zweite zu haben.
- Zubehör Akkus: Ganz klar, mit leerem Akku ist eine Digitale nur ein teurer Briefbeschwerer und Akkus kosten nicht viel.
- Ein Stativ gehört für mich auf jeden Fall zum Equipment, weil ich auch Nachtaufnahmen mache.
- Gegenlichtblenden sind ebenfalls sinnvoll um Flares zu vermeiden oder gegen störendes Seitenlicht abzuschirmen.
- Ein Draht- oder Funkauslöser um bei langen Belichtungen Verwackler zu verhindern
- Ob man sich einen Blitz kauft ist Geschmackssache, oft aber helfen Blitze dabei, die mögliche Ausleuchtung zu verbessern,
  Schatten zu vermeiden, Effekte zu erzielen. Ein Blitz kann also eine sinnvolle Ergänzung sein, häufig reicht aber auch ein  
  eingebauter Blitz aus.

Vieles an Zubehör ist nur eine Frage dessen, was man machen möchte. Wer hauptsächlich Landschaftsaufnahmen macht, der muss nicht unbedingt mit einem lichtstarken Objektiv unter Blende 4 arbeiten.
Wer Portraits machen möchte, muss sich kein Teleobjektiv kaufen.

Machen kann man mit der 750 fast alles.


*Canon DSLR Serien
X Oberklasse, Profigeräte, Vollformat Modelle wie EOS 6D Mark II oder EOS 5D Mark IV, Preise jenseits 1500,-- bzw. 3000,--, nur EF Objektive
   Ausnahme ist die 7D mit einem APS-C Sensor
XX quasi Mittelklasse, APS-C Modelle wie EOS 70D oder EOS 80D mit besserer Ausstattung und höher auflösenden Sensoren (mehr Megapixel) und treffsichererem Autofokus sowie mehr Messfeldern, Preise je nach Kit zwischen 500,-- und etwa 1500,--
XXX Einsteigerklasse, APS-C Modelle wie EOS 600D oder EOS 750D mit vollständiger Grundausstattung Preise zwischen 500,-- und deutlich unter 1000,--
XXXX Basisklasse, APS-C Modelle wie EOS 1200D oder EOS 1300D mit Grundausstattung, Preise deutlich unter 500,--



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